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Von der anderen Seite…

Zwar war 2012 ja auch in Deutschland ein bisschen das Jahr der Indies (Gotye, Of Monsters and Men, Lana del Rey, Mumford & Sons, Birdy, Passenger (!), etc.), aber insgesamt ist der deutsche Mainstream-Musikgeschmack ja oftmals ein bisschen beängstigend. Ob Heino das mit seinem neuem Album retten kann, ist fraglich.

Ganz anders sieht das auf der anderen Seite des blauen Planeten aus. Beim Größten Music-Poll der Welt, den Triple J Hottest 100, wählen Millionen von Menschen ihre Songs des Jahres. Ich weiß noch nicht, ob der Musikgeschmack der Australier dafür ausschlaggebend ist, ob einfach Musikbegeistertete aus der ganzen Welt mitabstimmen, die Ergebnisse sind auf jeden Fall beeindruckend.

Natürlich finden sich da jetzt nicht alle obskuren Lo-Fi-Schlafzimmerkünstler und Melodic-Hardstep-Neuentdeckungen des letzten Jahres wieder, sondern sozusagen die berühmteren Indies und die Top-Ten sind natürlich immer noch recht mainstreamig, schließlich sind das ja alles irgendwie Kompromisse, beziehungsweise Lieder die keinem Weh tun. Macklemore auf Platz 1 kann man ja aber durchaus akzeptieren, es gab deutlich schlimmeres.

Ansonsten gibt es nur wenige Ausrutscher (Skrillex). Ansonsten lässt sich die Liste durchaus dazu verwenden, die Indie-Musik des letzten Jahres aufzuholen und die zukünftigen deutschen Charteinsteiger schon jetzt zu kennen (ich tippe z.B. unter anderm auf: Chet Faker oder Lisa Mitchell). Danke Australien!

Platz 27:

Vollständige Liste der Top 100

Ausführliche Version

 

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Listen: Passenger

Manchmal gibt es ja seltsame Zufälle. Vorgestern habe ich den Künstler Passenger entdeckt und mir sein neuestes Album gekauft, heute bekomme ich eine Mail von Noisetrade, dass ebendieser Passenger eine kleine EP zum kostenlosen Download bereitstelle. Es bietet sich also heute noch mehr an, über ihn zu berichten.

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=RBumgq5yVrA]

Passenger bestand ursprünglich aus 5 Leuten, irgendwann löste sich die Band aber auf und übrig blieb Michael Rosenberg, der aber den Künstlernahmen aus England mit nach Australien nahm, wo er sich eine Weile als Straßenmusiker verdingte und sich mit seinen Verdiensten die Produktion seiner Alben finanzierte.

Drei davon hat er alleine veröffentlichte, obwohl er sich für das Album „Flight of the Crow“ Verstärkung von verschiedenen befreundeten australischen Künstlern wie Matt Corby geholt hat. Sein letztes Werk nennt sich „All the Little Lights“, ist im Februar in Deutschland erschienen und einer meiner persönlichen Favoriten für das Album des Jahres.

Musikalisch bewegt er sich irgendwo zwischen Matt Corby, Boy & Bear, James Blunt und The Tallest Man On Earth, nur klingt er etwas optimistischer als letzterer. Seine Texte handeln von der großen Liebe, davon wie wenig man zum Leben braucht und von der unbeschwerten Jugend. Begleitet von Melodien, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen und einer zurückhaltenden Instrumentierung, mit Streichern und natürlich Gitarre, gehört „All the Little Lights“ zu den wunderschönsten Alben, die ich dieses Jahr gehört habe.

[youtube http://youtu.be/LJXcac9zI74]

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Listen: Matt Corby

Matt Corbys Karriere ist eine recht ungewöhnliche. Als 16-Jähriger nahm  er 2007 an der Casting-Show „Australian Idol“ teil und wurde schon als der nächste große Popstar gesehen. Nur er selbst wollte dem ganzen Castingshow-Verwertungskram nicht folgen, lies sich einen Bart wachsen und veröffentlichte 2009 seine erste EP auf einem Independent-Label. Dann zog er nach London und zog die Aufmerksamkeit von Ben Lovett, Mumford & Sons Bandmitglied und Communion-Gründer, auf sich. Schnell war ein Vertrag unterschrieben, und das Australian Idol war bärtiger Singer-Songwriter. „“I knew it wasn’t in me to make a pop record because I couldn’t really handle the attention I got on TV. It scared me, to be honest“ war seine recht einleuchtende und wie sich herausgestellt hat auch vernünftige Einstellung. 2012 wird er als Feists Support-Act durch Australien touren und mit etwas Glück sein Debütalbum veröffentlichen. Und das wird, da bin ich mir sicher, großartig werden.

Seine aktuelle Single aus der EP Into The Flame heißt Brother, hat in Australien schon einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen, und hört sich so an:

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=gpFG7DdjTbo]

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