Den November haben die fünf Folker im Studio verbracht, um die Stücke für ihr hoffentlich demnächst (ich schätze mal Frühjahr 2013) viertes Album aufzunehmen. Über den Aufnahmeprozess kann man hier einiges lesen, aber bei Noah and the Whale kann man sich ja gerne mal überraschen lassen.
Im März erscheint außerdem endlich das zweite Album von Stornoway, genannt “TALES FROM TERRA FIRMA”. 2013 wird ein gutes Jahr…
Auf “The Ross Sea Party” bin ich vor einem Jahr gestoßen, als ich einen Artikel über ihre Debüt-EP geschrieben habe. Diese EP befand sich auch seitdem auf meinem MP3-Players, ansonsten habe ich mich aber nicht viel mit der Band beschäftigt. Bis plötzlich gestern der Hinweis in meinem Facebook-Newsfeed erschien (ja, ab und zu sieht man dort auch mal interessante Dinge), dass man ihr neues Album kostenlos auf Bandcamp streamen könne. Das Angebot nahm ich dankend an, und kurz darauf hatte ich das Album dann auch gekauft und heruntergeladen.
Auf dem über Kickstarter finanzierten Debütwerk der 5 Musiker aus Los Angeles wird ganz im Kalifornien-Indiepop-Stil fröhlich getrommelt und geglockenspielt. Die Refrains sind poppig mit Rockeinwürfen, die Intros abwechslungsreich und einprägsam, die Texte handeln von fremden Ländern, der Sehnsucht und natürlich der großen Liebe. Sehr hörenswert also!
Jake Bugg bietet eigentlich alles, was man für einen Hype momentan so braucht. Er ist junge (18-Jahre), modebewusst und insgesamt ziemlich Retro (man denke an z.B. Bob Dylan oder Donovan). Dazu kommt er aus der Arbeiterklasse und war auch schon mit der ebenfalls gehypten Lana Del Rey auf Tour.
Kürzlich ist sein selbstbetiteltes Debütalbum erschienen, dem im UK auch schon der zu erwartende Hype vorangegangen war. Sofort entsteht auch der Eindruck, dass der Herr im falschen Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts geboren sei. Abgesehen von teilweise, eventuell möglichen Vergleichen zu Alex Turner oder Liam Gallagher, klingt alles nach den 60ern. Dazu kommen dann auch noch die entsprechenden Texte, die von jahrzehntelanger Lebenserfahrung sprechen (“I’ve seen it all, I swear to God, I’ve seen it all”) und machen “Jake Bugg” zu einem sehr schönem Album, bei dessen Hören die Umwelt auch ab und zu mal schwarz-weiß erscheint.
Dass Noah and the Whale mal einen (recht guten) Film zu ihrem Album “The First Days of Spring” gemacht haben, wusste ich ja. Dass Arcade Fire für ”The Suburbs” auch so einen gemacht haben, wusste ich auch mal, habe das aber relativ schnell wieder vergessen, weil der mubi.com-Stream damals in Deutschland nicht funktionierte. Kennt man ja.
Kürzlich bin ich aber zufällig wieder darauf gestoßen, und habe mich dann entschlossen, den Film für ca. 1,60 auf der Bandwebsite zu erwerben. Eine gute Investition. Der Film von Spike Jonze leuchtet vor dem Hintergrund einer Dystopie, in der verschiedene Städte sich ständige Kämpfe über Nichtigkeiten liefern das Aufwachsen einer Gruppe von Jugendlichen in einer ebensolchen Stadt aus. Es gelingt ihm dabei, die Charaktere und wie sie von der allgegenwärtigen Furcht und Gewalt geprägt werden, glaubhaft darzustellen, und mich für eine gute halbe Stunde vor dem Bildschirm zu fesseln, obwohl eigentlich gar nicht soviel passiert. Und das alles unterlegt von der großartigen Musik Arcade Fires in verschiedenen Variationen.
Weil ich das letzte Wochenende auf dem Southside-Festival verbracht habe, gab es diese Woche keine Musikvideos-Ausgabe und auch sonst relativ wenig neues. Deshalb hier ein kleiner Überblick über interessante Neuigkeiten:
Beirut haben ein Video zu The Rip Tide veröffentlicht, sieht recht hübsch aus:
Das neue Album von Mumford & Sons, das im September erscheinen soll, könnte womöglich “The Troubled Boys School”, die Stücke daraus, die sie live beim Southside gespielt haben klangen ziemlich gut, aber etwas großartig neuartiges darf man wohl nicht erwarten.
Auch The Vaccines haben eine neues Album in der Warteschlange, es wird “Come Of Age” heißen und am 31. August in Deutschland erscheinen. Bis dahin kann man sich mit einer kostenlosen Live-EP vergnügen.
Das Albencover
Neue Alben angekündigt haben außerdem Bloc Party (“Four”, 20.8.), Two Door Cinema Club (“Beacon”, 31.8.), The xx (“Coexist”, 10.9) und Efterklang ( “Piramida”,24.9.). Ich finde, 2012 ist ein gutes Musikjahr.
Mit Facebook ist das ja so eine Sache; Einerseits können andere Personen viel über einen herausfinden, andererseits kann man viel über andere herausfinden. So z.B. über King Charles, der neben seiner offiziellen Seite auch noch einen privaten Account hat (selber googeln!). Dort kann man dann zum Beispiel sehen, was er kürzlich im Guardian gelesen hat: “The real deal: How New York rap sensation Azealia Banks became a style icon”
Dabei braucht er sich bei der hippen Amerikanerin gar nichts abgucken, schließlich ist er selbst Weiterlesen →
So lange ist es noch gar nicht her, da haben Fyfe Dangerfield und Band ihr Album “Walk the River” veröffentlicht. Und kaum schaut man sich um, haben die Briten schon ihr neues Album veröffentlicht, weil sie keine Lust hatten, den in der Musikindustrie üblichen Veröffentlichungszyklen zu folgen und stattdessen einfach Musik machen wollen. Dafür haben sie sich ins norwegische Nirgendwo zurückgezogen und mit Jonas Raabe das Album “Hello Land” aufgenommen. Und weil ein Album pro Jahr ja auch ziemlich wenig ist, wollen sie 2012 gleich vier Alben veröffentlichen. Man darf also durchaus gespannt sein, ob sie es schaffen ihr hohes Niveau über vier Alben hinweg zu halten.
Ob denn das Niveau des 2012er-Debüts “Hello Land” den Anforderungen entspricht, kann man sich im Soundcloud-Stream anhören:
Patrick Watson ist ein bisschen wie Aprilwetter. Der Kanadier ist auf seinem neuen Album “Adventures In Your Own Backyard” genauso abwechslungsreich, mal klingt alles nach Sonne, mal nach Wolken und manchmal gibt es sogar ein kleines Gewitter. Was das Aprilwetter nicht unbedingt beschreibt, sind Wörter wie: verträumt, hoffnungsvoll, melancholisch, melodiös, beschwingt, sanft, einzigartig. Auf Patrick Watson passen sie hingegen perfekt.
Begrüßt wird der Hörer auf “Adventures in Your Own Backyard” durch zarte Piano-Klänge zu “Lighthouse”, sodass man sich ein wenig an Yann Tiersens Amelié-Soundtrack erinnert fühlt, bis Patrick Watsons wunderbare Stimme einsetzt, um in höhere Sphären zu entführen. Das Tempo wird dann in “Blackwind” noch etwas gesteigert. “Step Out for a While” ist dann etwas beschwingter, zwischenzeitlich erinnern Momente auf dem Album ein bisschen an Beirut man an Sufjan Stevens.
Die Band kommt aus London, der Name Django Django von einem Lehrer Django Reinhardts, der wohl so seine Probleme mit dem Vornamen der Jazzlegende hatte. Was die Band allerdings dazu getrieben hat, ihr Debütalbum auch “Django Django” zu nennen bleibt fraglich. Veröffentlicht haben sie dieses Gemisch aus Guter Laune, tropischen Rhythmen und elektronischen Klängen am 30. Januar, das deutsche Release lässt wie üblich noch auf sich warten, das Album lässt sich aber glücklicherweise auf der Website der Band käuflich erwerben. Ihre größte Inspirationsquelle sei die folktronic-Band The Beta Band, sagen die vier jungen Herren, von den einer (der Bandleader David Maclean) rein zufällig mit dem Keyboarder der Beta Band verwandt ist. Außerdem hört der Herr gerne Reggae, Dancehall die Beatles, Blues und Surf-Pop – und es gelingt tatsächlich, all diese Einflüsse aus dem neuen Album herauszuhören. Auch die Tatsache, dass er Monty Python mag, verwundert nach dem Hören keinesfalls. Eigentlich könnte man aus diesem bunten Gemisch aller heraushören, und das ist es, was den Reiz dieses Albums ausmacht. Jeder neue Titel ist eine Überraschung, jeder neue Titel macht Spaß, keiner überrascht negativ.
man munkelt:
“A confident, adventurous and psychedelically-bruised strain of art-rock that melds intangible electronic flourishes to the visceral rub of live instrumentation. Each track is like its own nation of harmonies, rhythms and textures.”
Das Label
“It’s a dream of the psychedelic tropics, a heady explosion of colours, an album that takes what it means to be ‘in an indie band’ and gives it a good shake”
“Those worried that British guitar music has lost its ability to refresh old forms should pay heed to Django Django, whose debut album posits an updated psychedelia that beguiles and delights”